18.1.2006, Ashanti Lodge, Cape Town
Nach der Hammer-Fahrt gestern (12 Stunden, ächz) hab ich mal wieder in einem gemütlichen Bett geschlafen hier in der Ashanti Lodge. Ja, nun habe ich es also geschafft bis nach Kapstadt. So langsam neigt sich mein Trip dem Ende entgegen...
Heute war nochmals Action angesagt - ich bin entgegen aller Paranoia alleine los gewandert, allerdings nicht auf den Tafelberg, wie geplant, sondern "nur" auf den Lions Head. Da sich der Table mountain heute morgen schön in seiner typischen Wolke verhüllt hat und die Seilbahn wegen starkem Wind eingestellt wurde, war der Fall bald klar. 1000m steil hochkraxeln, nur um dann im Nebel zu stehen ist eins, dasselbe wieder runter noch ganz was anderes. Und mit steil meinen die hier wirklich steil. Vertikal schon eher. Und das an der prallen Sonne. Aber Lions Head ist cool, man sieht rundum die ganze Stadt inklusive Tablemountain, der Weg führt rund um den Berg mit ein paar interessanten Kraxeleinlagen.
Am Nachmittag hab ich dann die Longstreet abgeklappert nach heissen Klamotten & afrikanischen Büchern (= in afrikanischer Sprache), letzteres für Doro. Gar nicht so einfach! Hab ganz schön suchen müssen, dann aber zwei Kiddies Books auf Xhosa und Zulu gefunden. Obwohl die Statistiken (und die locals) dagegen sprechen, ist dies mal wieder ein Ort, wo ich mich sicher fühle, herumzulaufen (wenigstens tagsüber). Hatte nicht ein mal das Gefühl, in einer unsicheren Gegend zu sein. Ich frage mich schon, inwieweit das ganze auch einfach Paranoia ist. Naja, lange ist's ja nicht mehr. Morgen geht's nochmals "rund" mit dem Baz-Bus-tour auf die Cape Peninsula, dann, mein teuer bezahltes Einzelzimmer, yeah! Und dann heim, seufz... und andererseits auch seufz (Erleichterung). Der ganze Aspekt von Paranoia und ständig auf der Hut sein hat diese Ferien ganz schön schwierig und anstrengend gemacht. Vielleicht müsste man länger hier sein... Tja das ist für ein anderes Mal.
19.1.06, Karibisches Restaurant, Long Street, Cape Town.
Nach einem langen Tag gönne ich mir heute Abend den vollen Luxus - schickes Hostel, gutes Essen, Wein... ich muss meine Rands noch loswerden!
Heute war ich auf der Cape Peninsula (Tour mit dem Bazbus - ich komm nicht los von diesem Minibus ;-)). Wieder ein Highlight! Angefangen bei unserem schrägen Guide Bruce, ein Ex-Marine (Ami) und gelernter Clown, dessen Witzniveau von sehr gut bis sehr niveaulos reichte, aber unterhaltsam war er. Der Bus war praktisch voll von Engländern - unterschiedlicher Humor... Wir haben Robben gesehen in der sehr windigen Hout Camps Bay, mit extremem Wellengang (für meine Verhältnisse, nicht für die locals). Die Bootsfahrt raus zu Duiker Island war fast eindrucksvoller als die Robben selbst. Dann fuhren wir über den Chapmans Drive auf die andere Seite der Kap-Halbinsel zum Boulders Beach, Pinguine anschauen. Die sitzen da nicht nur am Strand, sondern auch im Busch. Und sie stinken nicht so wie die in Chile...
Dann weiter in Richtung Kap, wo wir nach gutem Lunch zum Leuchtturm (es gibt 2 davon) hochgelaufen sind. Der Wind aus der Antarktis ist der Hammer, die Aussichten wunderschön. Dann hiess es Fahrrad satteln und zum Kap der guten Hoffnung radeln - gegen den Wind...Die Strände und Wellen hier sind sagenhaft! Wir haben zwar keine der gefürchteten, diebischen Paviane gesehen, dafür ein Kliffdassie und noch eine Babyrobbe. Und ganz viel Fynbos!
Zurück in Kapstadt habe ich mich dann in der Badewanne meines coolen Hotelzimmers gewälzt und gönnte mir eben Crevetten - lecker. Jetzt muss ich nur noch heil den Heimweg finden, dann kann ich mich auf meinem Riesenbett austoben. Toller Ausklang!!
Meine ganze Reise durch Südafrika, und noch mehr Bilder gibt's hier (Polarsteps):

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